Michael Starcke

und hanna, dein lachen
(aus: der preis der poesie, Ebertshausen 1997)

und hanna, dein lachen,

das nicht verrät,

was du denkst über mich.

manches, aber nicht alles,

gehört uns gemeinsam,

dein bedürfnis zu reden,

meines zu schweigen,

deine ungeduld,

mein duldertum,

die sorge,

weil ich dein vater bin.

wir haben vieles gemeinsam,

selbst wenn es unausgesprochen

bleibt. wir wissen,

was es bedeutet zu träumen.

wir wissen um die zeit,

nicht verloren an

nebensächlichkeiten

und sätzen wie diesen,

ich hab' dich lieb!

wir wissen um die dinge

die die wahrhaft großen sind.

wir wissen, sie sind winzig

und klein. für den fall,

daß du es vergessen

solltest, schreibe ich dir dieses,

bleib' wie du bist,

empfindsam und offen,

mitfühlend und entsetzt

und unmißverständlich.

glaub' an den sommer,

glaub' an den winter,

glaube der liebe.

leider kann sie

nicht immer halten,

was der mensch sich

von ihr verspricht.

Rezension I Buchbestellung II02 LYRIKwelt © M.St.