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Eines Tages,
vielleicht auch nachts
(Leseprobe aus: Eines
Tages, vielleicht auch nachts, 2003,
Jung und Jung)
Das blaßblaue Meer, das sich den Tag über in
ein Karibikgrün und ein Türkis in allen Schattierungen verwandeln wird, lag
da, als wäre es für immer, als ginge es ewig so weiter. Es war die
flaumenleichte Zeit der Frühe – dann kamen die Palmen und das Weiß des
Strandes. Und schon war es Abend.
Am Meer lag am anderen Morgen ein Mann weit ausgestreckt, als hätte er ein
Leben lang von sich weg gewollt und wäre nun angekommen, es sah nach Glück aus
und Schlaf. Es war kurz nach Sonnenaufgang bei Havanna, es war weiß und
hibiskusrot, und grau wie Husum. Und schon war es Abend.
Da lag er im Saal des Anatomischen Instituts. Aber das war schon eine Übertreibung
– liegen war eine Übertreibung, er war eine Übertreibung, und auch Saal des
Anatomischen Instituts der Universität von Havanna ... Es war eher eine
Baracke, und er war tot.
Rezension I Buchbestellung I home 0I04 LYRIKwelt © Jung und Jung