Tobias Sommer

von einer langen Reise

heimgekommen öffnest du mir

Türen und dein Gefühlsleben

du hast Bilder mit Acryl gespachtelt

Familienfotos abgehängt Tafelsilber

versteigert und den Wagen

seinen

gegen die Wand gefahren

das Tischende ist auf der anderen Seite

der Stuhl in einem Zimmer

mit einem neuen Namen

Gespenster

ein Nagel hält den Köcher

der letzten Pfeile

alles eingereiht auf Regalen

was seine Finger berührten

daneben ein bald neugelesenes Buch

von Ibsen

du sprichst von Leibspeisen

vom Speisen der Brote von Kunst ohne Brot

von Verwechslungen vor der Haustür

von Türschildern auf zwei Kontinenten

du wiederholst Zitate unserer Väter

legst mir Verse in den Mund

und deine Augen haften auf meinen Fingern

während ich vorsichtig eine Zuckerdose öffne

ich suche seine Zigarette unter der Glut

im Aschenbecher seine Handschrift in den

Briefen hinter der Pinwand und eine Muse

im Nachtschrank doch ich finde

Anfangsbuchstaben auf weißen Hemden

überschrieben mit seinen Gedichten

die du auswendig sprichst

war er nicht ein Poet

höre ich dich schwärmen

er ist gegangen als ich ihm

nicht mehr ähnlich sah

eine Frage und du antwortest:

der Spuk ist nicht weit und

du zu Hause

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