Zwischenbericht
aus: Ende des Stadtplans, Edition
Engeler)
1
Eine Spur von Rauch, von Insekten im Licht. Blattwerk baut sich auf. Schichten
von reibenden Ästen. Du blickst dich um. Blattwerk baut sich auf. Kein
bewachsener, von Wolkenbewegung kurz angedunkelter See. Du drückst Zweige weg.
Hast Schatten an den Fingern. Als wäre jetzt Seeblumenlosigkeit Luftschicht
einer guten Idee. Du änderst dein Schauen nicht. Wenn du durch die Blätter spähst.
Zwanglos der Himmel zwischen den Grau-Erlen-Kronen, breitet sich nur unter
Zwang. Die Bilder sind still. Kommen von selber nah. Mit Schwarzdorn-, mit
Spindelstrauchstellen. Schau: jetzt kommt ein Erschrecken. Ganz als Amsel. Kann
leicht auch anders oder als Spielhahn beginnen. Schüttelt lang gestielte neun-,
blütige Trugdolden. Neben deiner Hand. Gerade hast du gedacht: Bist irgendwie
steif im Genick eine Weile gegangen. Trägst ein weisses Hemd zu einer blauen
Hose und zur Augenöffnung und zum Spindelstrauch.
2
Du kannst totes Zaunholz streifen. Überlassen der Luft, was zu sich kommt. Eine
Platz schaffende Zikadenfront. Wie es scheint. Wie es still wird mit schwarzen
Ziegen. Am offenen Feld. Schon nichts mehr ist. Nichts nach einem Triftbach
klingt. Oder mit Zaunholz dauert. Dem Paarungsflug des Ligusterschwärmers.
Abschmierend wie Felsgras und Sternkugellauch, sein kurzer Äther. Die Halme im
Mundraum. Schnell abgedunkelt: Die Spur haltender Biß. Und wie es still wird in
den Achselhöhlen. Manchmal Bodenwasser, sonnenbeschienen. Wenn du gehst. Füsse
verteilst. Handflächen am offenen Feld. Doch das Licht versteht's, sie wieder
einzusammeln. Anzuzünden, auszustrecken. Lichterloh dich verständlich zu
machen.
aus Ende des Stadtplans
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