Katja Seitz

(Be)handlungsbedürftig

Immer in Bewegung,

immer auf der Flucht,

Ruhen ist unmöglich

Handeln wird zur Sucht.

Dann und wann ein Stöhnen;

man hätt´so viel zu tun,

würd`gerne sich verwöhnen

und einfach einmal ruhn.

Doch steckt man in der Ruhe,

hat keine andre Wahl,

weiß man sie nicht zu nutzen,

wird leicht sich selbst zur Qual.

Das Selbst sonst unterhalten

von steter äußrer Pflicht,

erkennt in dieser Ruhe

sein eignes Wesen nicht.

Schnell legt das traute Handy

zum Abruf sich bereit,

schnell ziert den schönen Körper

das hübsche Tenniskleid.

Und sollt`am Schluss

dein bester Freund

verhasste Hektik sein,

so schaue tief in deine

wahren Lebensträume rein.

(2003)

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