Ulrich Schödlbauer

Kartenlegerin

Völlig geräuschlos, gleichsam
zerstreut, stiehlt sich der scheue
Blick des Betrachters davon,
um schnell wiederzukehren. Kein Laut

verrät, was er sah. Der runde
Ziertisch im Gang, vielleicht
ein Weihwasserbecken, ums Haar
stockte er dort. Doch kühl

trifft ihn die Blickin, lenkt
(nackt pulsierend im leicht
schimmligen Botticelli-Gesicht)
hin zu dem Zeigefinger, der lang

hinter dem Kartenhaus vorkommt,
herb auf dem Münzstapel ruht.
Klirrend stößt in den Raum
der armlose Kämpe.

Rezension I Buchbestellung I home II00 © LYRIKwelt