Verborgene
Landschaft
zeig mir den weg
zu deiner verborgenen landschaft
gib mir das losungswort
sag mir das geheimnis
lass mich dein meer sehen
und die schiffe darauf
auch wenn es kitschig ist
und nach sonnenuntergängen riecht
selbst wenn es dir peinlich sein sollte
nichts ist peinlich
was ist das
du bist doch keine fassade
in deiner brust schlagen
die glocken von kathedralen
und unter deinen fingerspitzen
wachsen gingkobäume
du bist kein altar
du bist ein urwald
lass mich hinter deine augen wandern
dort soll es eine weltkugel geben
die sich nicht wegdreht von mir
zeig mir den weg
zu deiner verborgenen landschaft
gib mir das losungswort
sag mir das geheimnis
ich werde eintreten
wie ein frischer luftzug
wie ein tropfen wasser
der auf einen grashalm fällt
wie ein wehen
das ein windrädchen dreht
du und ich
wir könnten leben
in den leuchtenden häusern der träume
wir könnten fabelhafte ufer bewohnen
wir könnten uns auf bescheidenen straßen
wie berührungen aufeinander zu bewegen
würden wir uns nur ein wenig auftun
um uns zu betrachten
wie freundliche landkarten
die auf ihre entdeckung warten
(2003)
Rezension I Buchbestellung I home 0I06 LYRIKwelt © M.Sch.