Posen
Wir haben uns hingerichtet, um den Kuss der
Auferstehung einzuholen;
in der Menge steht, was stehen kann; Pappnasen und turmhohe Hüte; ein Muskel
zuckt.
Du schläfst dort, wo man dich erlegte
am friedlichsten, am lebendigsten. Du lachst, du fasst, du streust dem Sandmann
dein Licht,
vergisst nicht die Türen zu schließen, die Räume zu falten, zu verstauen -
sie abzutragen wie den Stoff, der uns macht.
Das ist ein Gehen auf der Naht, der Gratgrund,
der unsere Gesichter blasst und
die Laken süß riechen lässt, bis wir weinen und ineinander fallen wie Kinder,
oder Karten, oder
die Pfeiler eines Hauses, die nichts trugen außer Geheimnis.
(2008)
Rezension I Buchbestellung I home 0I09 LYRIKwelt © Cornelia Schmerle