Portierisch von Fedinand Schmatz, 2001, Verlag HaymonFerdinand Schmatz

Portierisch
(Leseprobe aus: Portierisch, 2001, Roman, Haymon-Verlag)

– ah!, riecht das stark, entfährt es mir auf dem Hügel darüber, als ich auf ein Stück Baumrinde trete im Ohrwaschlgraben, wie gut doch geschnittenes Holz schmeckt, es tanzt mir auf der Zunge und treibt meine Empfindungen aus, dass sie weiterblühen – vom gut riechenden Holz zum knusprigen Braten und zum überschäumenden Bier, zu den sich zuprostenden Holzfällern, Jägern und Förstern an den sich biegenden, aus handwarmem Holz zusammengenagelten Tischen, in ihren Händen die übervollen Biergläser, vor denen die gar nicht so schamhaften Frauen aus dem ganzen Tal warteten, warteten auf das, was zu erwarten war, die hatten noch was zu tragen,



– ja, so zog er mich hin und in sich hinein, dieser Kuss, Mister Courier im Fustritztal, dieser Kuss, den ein vorgestellter Mund ausübte, der sich über das Land der Gräben ausbreitete, sich senkte und aufsetzte mit seinem prallen Lippenblut und uns allen eins draufsetzte, aber vor allem mir, der ich mich dabei nach vorne beugte, um mit meinem Kinn das Knie zu berühren, mich strecken, hinstrecken und hingeben wollte oder so was ähnliches, das schwebte mir vor, wobei mich dieser Mund am Hals erfasste, sanft die Lippen an mich presste, um dann leicht mit den Zähnen anzusetzen, während ich, Bussardungeküsster, in der Hauptstadt meditiere, den nie erhaltenen Kuss der Hana konstruiere, die sich im Traum wandelnd als Haus auf meine Schulter setzte, im Irgendwoauge da oben, wo sie mich das Lied singen hiess, wie fest doch dieses Haus als unsere Burg sein könnte, während unter dem Lid diese feste Burg ein wenig schief gebaut erschien und ganz gehörig wackelte,



– dann bleibt dieser Storchenalte, sagte mir die Wirtin in Hennersdorf, oben am Rauchfang sitzen und blickt stur in die Richtung, aus der das schwarze Unheil daherrast, und wenn ihm im Regen- und Windgepeitsche ein Ei aufspringt oder dieses sonstwie zu Bruch kommt, dann hat das daraus geschlüpfte Junge, dem Getöse und Nass ausgesetzt, seine erste Bewährungsprobe im todernsten Hennersdorf-Leben vor sich, und sollte es diese nicht bestehen, ja dann stösst der Altvogel seinen Jungvogel samt aufgebrochenem Ei ganz einfach aus dem Nest, beide plumpsen in den Wirtsgarten hinunter, das Ei zerbricht endgültig, der nie zu seiner Entfaltung sich aufschwingen könnende Jungstorch stürzt auf den Betonweg oder in die Wiese, und der Alte oben hat durch den Sturzflugtod seines Sprösslings zwei Probleme mit einem Schnabelhieb gelöst, das der Ernährungsbeschaffung und das der Erziehung zum Grossvogel überhaupt und so,

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