Portierisch
(Leseprobe aus: Portierisch,
2001, Roman, Haymon-Verlag)
ah!, riecht das
stark, entfährt es mir auf dem Hügel darüber, als ich auf ein Stück Baumrinde trete im
Ohrwaschlgraben, wie gut doch geschnittenes Holz schmeckt, es tanzt mir auf der Zunge und
treibt meine Empfindungen aus, dass sie weiterblühen vom gut riechenden Holz zum
knusprigen Braten und zum überschäumenden Bier, zu den sich zuprostenden Holzfällern,
Jägern und Förstern an den sich biegenden, aus handwarmem Holz zusammengenagelten
Tischen, in ihren Händen die übervollen Biergläser, vor denen die gar nicht so
schamhaften Frauen aus dem ganzen Tal warteten, warteten auf das, was zu erwarten war, die
hatten noch was zu tragen,
ja, so zog er mich hin und in sich hinein, dieser Kuss, Mister Courier im
Fustritztal, dieser Kuss, den ein vorgestellter Mund ausübte, der sich über das Land der
Gräben ausbreitete, sich senkte und aufsetzte mit seinem prallen Lippenblut und uns allen
eins draufsetzte, aber vor allem mir, der ich mich dabei nach vorne beugte, um mit meinem
Kinn das Knie zu berühren, mich strecken, hinstrecken und hingeben wollte oder so was
ähnliches, das schwebte mir vor, wobei mich dieser Mund am Hals erfasste, sanft die
Lippen an mich presste, um dann leicht mit den Zähnen anzusetzen, während ich,
Bussardungeküsster, in der Hauptstadt meditiere, den nie erhaltenen Kuss der Hana
konstruiere, die sich im Traum wandelnd als Haus auf meine Schulter setzte, im
Irgendwoauge da oben, wo sie mich das Lied singen hiess, wie fest doch dieses Haus als
unsere Burg sein könnte, während unter dem Lid diese feste Burg ein wenig schief gebaut
erschien und ganz gehörig wackelte,
dann bleibt dieser Storchenalte, sagte mir die Wirtin in Hennersdorf, oben am
Rauchfang sitzen und blickt stur in die Richtung, aus der das schwarze Unheil daherrast,
und wenn ihm im Regen- und Windgepeitsche ein Ei aufspringt oder dieses sonstwie zu Bruch
kommt, dann hat das daraus geschlüpfte Junge, dem Getöse und Nass ausgesetzt, seine
erste Bewährungsprobe im todernsten Hennersdorf-Leben vor sich, und sollte es diese nicht
bestehen, ja dann stösst der Altvogel seinen Jungvogel samt aufgebrochenem Ei ganz
einfach aus dem Nest, beide plumpsen in den Wirtsgarten hinunter, das Ei zerbricht
endgültig, der nie zu seiner Entfaltung sich aufschwingen könnende Jungstorch stürzt
auf den Betonweg oder in die Wiese, und der Alte oben hat durch den Sturzflugtod seines
Sprösslings zwei Probleme mit einem Schnabelhieb gelöst, das der Ernährungsbeschaffung
und das der Erziehung zum Grossvogel überhaupt und so,
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