Depressenburger
Sonett
(EIN
FEUERCHEN IM HINTENNACH, Gedichte 1986-91, 1992 edition
suhrkamp 1775).
Dem Einen ist die Einöde nicht
lustig, aber wie
Kommt dem Einen dann die Zweiöde vor
Alleinsein beim Vögeln zwischen Immer und Nie
Es öffnen sich Türln, es schließt sich das Tor
Zuzweitsein in der abgegrenzten Eigenart
Wie wiehert das aus der Hütte - im Zimmer des Schweigen
Der Eine verbeißt sich im Wiederpart
Und muß vor sich selbst seine Fremdheit zeigen
Alltäglich ist die Einöd nicht sondern die
Zweiöde
Da zirpen sie sich in die Herzen, die müssen schwellen
Draußen regnets, aber drinnen die Niemandsrede
So mach der Eine sich selbst zum Spießgesellen
Auf daß sich anvölkern in jedem die Einsamkeitshöllen
Dafür draußen wachset Natur schön und blöde
Ob Einöd oder Vielöd, man
ist so frei
In Depressenburg, Hauptstadt der Melancholei
Rezension I Buchbestellung I home IV03 LYRIKwelt © R.S./Suhrkamp