Kalteis von Andrea Maria Schenkel, 2007, Edition Nautilus

Andrea Maria Schenkel

Kalteis
(Leseprobe aus: Kalteis, Roman, 2007, Edition Nautilus)

Wie es mir dann wieder besser gegangen ist, da bin ich dann weiter Richtung Aubing. Heim wollt ich. Mich hinlegen.
Meinen Rausch ausschlafen.
Kurz vor Aubing ist mir dieses Mädchen über den Weg
gelaufen. Eine Milchkanne hats getragen. Und »Grüß Gott«
hats gesagt.
Ich bin ein Stück neben ihr her gelaufen. Unterhalten haben
wir uns. Alles ganz harmlos.
Ein nettes Mäderl war das. So freundlich.
Da hab ich sie dann gepackt.
Mit meinen Händen hab ich ihr um den Hals gegriffen und sie in den Schnee gedrückt. An alles Weitere kann ich mich nicht erinnern. Nur daran, dass ich sie gepackt hab, am Hals, und in den Schnee drückte.
Ich kann mich nicht mehr erinnern. Warum sollte ich Sie anlügen? Ich würde
Ihnen schon sagen, wenn ich mich noch erinnern könnt. Das können Sie mir
schon glauben. Ich hab doch an dem Abend ganz schön was getrunken.
Nüchtern hätte ich die doch nie gepackt. Wäre ich doch zu so
etwas nie fähig. Nie hätte ich so was getan. Nie. Ich bin doch ein
verheirateter Mann. Ich hab Kinder.

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