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abwesend
(Leseprobe aus:
abwesend, Roman, 2007, Wallstein-Verlag).
Ich habe nie daran gedacht, meinen Vater zu töten. Es ist mir in diesen Tagen des vergangenen Sommers nicht in den Sinn gekommen, keine Sekunde lang. Erst meine Mutter führt mir die Möglichkeit vor Augen.
Sie zeigt mir dabei ihre Urlaubsfotos. Es ist später Nachmittag, kurz vor der Dämmerung, die Dunkelheit steht schon im Wald, und eine feuchte Kühle ist zu spüren vom See her. Das Grundstück sieht gut aus, akkurat, man sieht nicht die fehlende Hand meines Vaters. Es sieht auf eine Art sogar eleganter aus als zu der Zeit, in der sich ausschließlich mein Vater um den Garten kümmerte und nicht irgendein Frührentner unter der Aufsicht meiner Mutter. Der Rasen zieht sich kurz geschnitten bis zu der kleinen schulterhohen Mauer, die die Grenze zum Wald markiert. Blüten sind hochgebunden, und die Rabatten an den Rändern erscheinen mir reduziert. In der Mitte leuchtet der Swimmingpool türkis. Das Wasser ist noch nicht abgelassen. Es ist September, wir sitzen an der Südseite des Hauses auf der Terrasse. Die Markise ist heruntergelassen, gelbweiße Streifen über unseren Köpfen.
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