Ballade für Metka Krašovec von Tomaz Salamun, 2005, Edition Korrespondenzen

Tomaž Šalamun

EPITAPH
(Leseprobe aus: Ballade für Metka Krašovec, 2005, Edition Korrespondenzen - Übertragung Fabjan Hafner)

Nur Gott ist. Die Geister sind Erscheinungen.
Blinde Maschinenschatten, die den KUSS verdecken.
Mein TOD ist mein TOD. Ihn teile ich nicht mit dem
dumpfen Frieden anderer Vernichteter unter der Erde.

Wer immer auch niederkniet an meinem Grab,
die Erde wird erbeben. Ich werde dir den süßen Saft aus
dem Nacken und den Genitalien saugen. Gib mir deinen Mund.
Gib Acht, dass dir kein Dorn das Trommelfell

durchbohrt, wenn du dich wälzt wie ein Wurm,
lebend vor einem Toten. Sanft, sanft soll dich diese
Sauerstoffbombe waschen. Sie soll dich nur so viel zerreißen,

wie es dein Herz erträgt. Steh auf und
merke dir: Ich liebe jeden, der mich erkennt.
Immer. Steh jetzt auf. Du hast dich ergeben und bist erwacht.

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