Agnieszka Rzadca

An der Weichsel

Da saßen w i r  also wieder   
und schauten auf die Altstadt.
Edward Stachura hat uns erneut
in seinen Bann gezogen,
dazwischen die Kompositionen von Witkacy
und die Neuigkeiten von Jerzyna.

Wir wollen im ganz großen Theater 
unser eigenes Stück schreiben.
Du bevorzugst die Maskerade der Kunst;
im Bild, Text und Textbild 
siehst Du die ‚perfekte' Form,
ich dagegen mag die melodische Gedankenwelt,
die sich meistens in Worte fassen lässt.

Noch landen wir bei Stachura, der in der Nähe wohnte,
aber bald werden wir unsere Photos zusammentragen 
und sie in einem gemeinsamen Album vorstellen.

Die Weichsel wird durch das Album fließen.
Am Ufer wird nicht nur die Stadtkulisse zu sehen sein,
sondern auch die roten Mohnblumen und die grauen Strudel,
deren Glanz sich in unseren Augen immer wieder spiegelt.

Rezension I Buchbestellung I home III07 LYRIKwelt © A.R.