Komm, Erde, Gedichte von Nikolai Rubtsov, 2004, WiesenburgNikolaj Rubcov/Nikolai Rubtsov

Ja, mein Schicksal liebe ich...
(Leseprobe aus: Komm, Erde, Gedichte, russisch/deutsch, 2004,
Wiesenburg Verlag - übertragen und herausgegeben von Raymond Dittrich, Tamara Kudryavtseva und Hartmut Löffel)

Ja, mein Schicksal liebe ich,
komme aus der Nacht gelaufen,
steck`s Gesicht ins Eisloch tief,
trinke stark,
wie Tiere saufen!
Wieviel Wunder gabs hier doch
auf der heilig-alten Erde,
nur der Wald steht dunkel noch,
und er träumt von jener Ferne.
Auf dem Eis nur leichte Last,
steh ich auf und schaue um mich,
seh das Feld, den Leitungsmast,
alles auf der Welt begreif ich!
Windsbrautgleich -
Jessenin, sieh!
Blok steht dort, ist kaum zu hören.
Chlebnikov, wie überflüssig hier,
will bescheiden uns beschwören.
Sollten sie denn Schatten sein,
nichts als Schatten? Wenn`s so wäre!
Lockt sie nicht der Feuerschein
unsrer neuen Dörfer näher?
Sollte sich auch über mir
Tödliches zusammenballen?
Sollte ich, schon reif dafür,
bald vom Baum des Lebens fallen?
Jeder stirbt.
Doch liegt ein Sinn darin,
daß du geboren bist als Dichter,
andere - als Feldbeschicker ...
Ab tritt jeder.
So war`s seit jeher ...

(Das Original)

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