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aus: Der Hund von
Balard
(aus: Der Hund von
Balard, Roman, 2004, SchirmerGrafVerlag
- Übertragung Gaby Wurster)
„Eigentlich hatten wir nichts
Marco, Tony, der Belgier und ich: keine Papiere, kein festes Dach überm Kopf,
keine Kohle, keine Vergangenheit.
Wir lebten frei nach Descartes: Cogito ergo sum.Was uns verband, war Sinn
für Humor, der Job unter der Zirkuskuppel auf dem ehemaligen Werksgelände von
Citroën, für den wir nichts als ein paar Armmuskeln brauchten, und dann und
wann eine saftige Schlägerei, die wir regelmäßig im Polimago oder bei Maman
Rose mit Rotweinpunsch begossen. Und vielleicht so etwas wie, na ja,
Freundschaft.
Bis uns eines Tages Ruschdi zulief: ein räudiger, halbverhungerter Köter, mit wachem Blick und sympathischem Gesicht. Wir alle kapierten auf Anhieb, daß er etwas Besonderes war: ein echtes „Subjekt", ein geborener Zirkushund, ein Tier, das das Spektakel liebte und Kunststücke vorführte, ohne dazu dressiert zu werden. Und wir begannen, von unserem eigenen Zirkus zu träumen. Einem richtigen, mit Elefanten und Trapezkünstlern, mit Musik und Clowns und strahlenden Kinderaugen – und Ruschdi als Sensationsnummer. Plötzlich ging es nur noch um eines: diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen."
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