Karl Röttger

Das ist der Schnee der Ewigkeit

Das ist der Schnee der Ewigkeit,
Der klebt an meinen Füßen;
Die Welt ist weiß, die Welt ist weit,
Wir wandern alle durch das Leid,
Durch stille, weiße Ewigkeit,
Daß wir die Heimat grüßen ...

Die Heimat da, die Heimat dort,
Die Heimat ist verborgen.
Verborgen wie ein Gotteswort,

Und wie ein heil’ger Wunderort,
Wir wandern durch die Irrnis fort
Vom Abend bis zum Morgen.

Die Nacht ist weiß, die Nacht ist fromm,
Wie alle Gottesnächte.
Schneeflocken fallen leise, stumm,
Und leise f ragt das Herz: Wer kommt,
Der mich nach Hause brächte ?

Das Feld ist weiß, ganz weiß und weit,
Mein Wandern bleibt verborgen.
Mein Fußtritt ist sogleich verschneit,
Ich schreite durch die Ewigkeit –

Bis in den letzten Morgen ...

Rezension I Buchbestellung I home II11 LYRIKwelt © Quelle: An die Freunde der Dichtung von Karl Röttger. (Aufruf zur Bildung einer Karl Röttger Gemeinde) 1947