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Feuchtgebiete
(Leseprobe aus: Feuchtgebiete, Roman,
2008, DuMont)
Ein lächelnder Pfleger mit
Kakadufrisur kommt rein. »Guten Tag, Frau Memel. Mein Name ist Robin. Ich sehe
schon, Sie machen sich mit Ihrem Arbeitsmaterial für die nächsten Tage
vertraut. Sie werden am Anus operiert, eine sehr unhygienische Stelle,
eigentlich die unhygienischste Stelle überhaupt am Körper. Mit den Sachen aus
der Kiste können Sie Ihre Wunde nach der OP komplett selber versorgen. Und wir
empfehlen Ihnen, sich mindestens einmal am Tag breitbeinig in die Dusche zu
stellen und die Wunde mit dem Duschkopf abzuduschen. Am besten so, dass einige
Wasserstrahlen auch reingehen. Mit ein bisschen Übung klappt das ganz gut. Die
Wunde mit Wasser zu reinigen ist wesentlich weniger schmerzhaft für Sie, als
sie mit Tüchern sauberzuwischen. Nach dem Abduschen einfach vorsichtig mit
einem Handtuch abtupfen. Und hier habe ich eine Beruhigungstablette, die können
Sie jetzt schon nehmen, macht den Übergang in die Vollnarkose weicher, geht
gleich los, die lustige Fahrt.«
Diese Informationen sind für mich kein Problem. Mit Duschköpfen verstehe ich
mich sehr gut. Und ich weiß genau, wie ich ein paar Wasserstrahlen in mich
reinbefördert kriege. Während Robin mich in meinem Rollbett durch Flure
schiebt und ich die Neonröhren über mich hinwegsausen sehe, lege ich heimlich
die Hand unter der Bettdecke auf meinen Venushügel, um mich vor der Operation
zu beruhigen. Ich lenke mich von der Angst ab, indem ich daran denke, wie ich
mich schon als ganz junges Mädchen mit dem Duschkopf aufgegeilt habe.
Erst mal habe ich die Strahlen nur von außen gegen meine Muschi geschossen, später
die Vanillekipferln hochgehalten, damit ich die Hahnenkämme und den Perlenrüssel
mit dem Wasserstrahl treffe. Je fester, desto besser. Das soll richtig zwiebeln.
Dabei hat mal der eine oder andere harte Strahl voll in die Muschi
reingetroffen. Da hab ich schon gemerkt, dass das genau mein Ding ist.
Volllaufen lassen und – genauso geil – alles wieder rauslaufen lassen.
Dafür setze ich mich immer im Schneidersitz in die Dusche, bisschen zurückgelehnt,
Po etwas hoch. Dann fummele ich die ganzen Schamlippen zu den Seiten, wo sie
hingehören, und schiebe mir ganz langsam und vorsichtig den dicken Duschkopf
rein. Dafür brauche ich kein Pjur, weil meine Muschi bei der bloßen
Vorstellung, dass ich mich gleich volllaufen lasse, Unmengen von hilfreichem
Schleim produziert. Pjur ist das beste Gleitmittel, weil es nicht einzieht und
geruchsneutral ist. Ich hasse parfümierte Gleitcremes. Wenn also der Duschkopf
endlich drin ist, was wirklich lange dauert, weil ich mich sehr stark
auseinanderdehnen muss, drehe ich ihn so, dass die Seite mit den Wasserdüsen
nach oben zeigt, also Richtung Gebärmutterhals, -mund, -auge oder wie das da
oben heißt, wo ein Mann mit langem Schwanz bei bestimmten Stellungen leicht
gegenklopft. Jetzt wird das Wasser stark aufgedreht, ich verschränke die Hände
hinterm Kopf – hab ja beide Hände frei, weil die Muschi den Duschkopf selber
hält – mache die Augen zu und summe »Amazing Grace«.
Nach gefühlten vier Litern drehe ich das Wasser ab und ziehe ganz vorsichtig
den Duschkopf wieder raus, damit so wenig Wasser wie möglich rausläuft. Das
brauche ich nachher noch zum Abspritzen. Mit dem Duschkopf klopfe ich so lange
meine vom Aufspreizen geschwollenen Vanillekipferln, bis ich komme.
Das geht bei mir meistens sehr schnell – wenn ich nicht gestört werde. Durch
das Gefühl, komplett gestopft zu sein, wie jetzt von dem Wasser, schaffe ich
das in wenigen Sekunden. Wenn ich gekommen bin, walke ich mit einer Hand feste
meinen Unterbauch durch und stecke gleichzeitig alle Finger der anderen Hand
tief in die Muschi rein und spreize sie alle auseinander, damit das Wasser nur
so rausschießt, genauso wie es reingeschossen ist. Meistens komme ich vom
rauslaufenden Wasser gleich noch mal. Das ist für mich eine schöne,
erfolgreiche Selbstbefriedigung. Nach so einer großen Wassersause muss ich noch
stundenlang viele Schichten Klopapier in meinem Unterhosenschritt türmen, weil
bei jeder Bewegung immer wieder stoßweise Wasser rausschießt und in Klamotten
so aussähe wie Pipi. Das will ich nicht.
Eine andere Sanitäranlage, die sich hervorragend für so was eignet, ist das
Bidet. Das Bidet wurde mir immer von meiner Mutter nahegelegt, um sich nach dem
Sex mal schnell untenrum wieder frisch zu machen. Warum sollte ich?
Wenn ich mit jemandem ficke, trage ich doch mit Stolz sein Sperma in allen Körperritzen,
an den Schenkeln, am Bauch oder wo der mich sonst noch vollgespritzt hat. Warum
immer dieses bescheuerte Waschen danach? Wenn man Schwänze, Sperma oder Smegma
ekelhaft findet, kann man’s mit dem Sex auch direkt bleiben lassen. Ich mag es
gerne, wenn Sperma auf der Haut trocknet, Krusten bildet und abplatzt.
Wenn ich mit meiner Hand einen Schwanz wichse, achte ich immer darauf, dass
etwas Sperma an meinen Händen bleibt. Das kratze ich mit meinen langen Fingernägeln
auf und lasse es darunter hart werden, um es später am Tag als Andenken an
meinen guten Fickpartner mit den Zähnen unter den Nägeln rauszuknabbern, im
Mund damit rumzuspielen, drauf rumzukauen und es nach langem Schmecken und
Schmelzenlassen runterzuschlucken. Das ist eine Erfindung, auf die ich sehr
stolz bin: Mein Sexandenkenkaubonbon.
Das Gleiche gilt natürlich auch für Sperma, das in der Muschi gelandet ist.
Eben nicht mit dem Bidet zerstören! Sondern mit Stolz tragen. In die Schule zum
Beispiel. Und Stunden nach dem Sex läuft es als kleine Überraschung warm aus
der Muschi raus. Ich bin zwar im Klassenraum, mit den Gedanken aber ganz da, wo
das Sperma hergekommen ist. Ich sitze selig lächelnd in meiner warmen Spermapfütze,
während der Lehrer vorne über Gottesbeweise spricht. So lässt sich Schule
aushalten. Über diese Flüssigkeitsverbindung zwischen meinen Beinen freue ich
mich immer sehr und schreibe sofort eine SMS an den Verursacher: Dein warmes
Sperma läuft mir grad raus! Danke!
Gedanken zurück zum Bidet. Ich wollte mir noch ausmalen, wie ich mich mit dem
Bidet volllaufen lasse. Es bleibt aber keine Zeit mehr dafür. Wir sind jetzt im
Voroperationszimmer angekommen. Kann ich mir ja später weiter Gedanken drüber
machen. Mein Betäuber ist schon da und wartet auf uns. Er schließt eine
Flasche an meinen Armkanal an, hängt sie falsch rum an eine Stange mit Rollen
und sagt, ich soll zählen.
Robin, der nette Pfleger, geht weg und wünscht viel Erfolg. Eins, zwei ...
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