Zwischen den Kriegen, Heft 3, 1953

Werner Riegel

Hebt sich der Mond...
(Leseprobe aus: Erstdruck: ZdK 16, Juli 1954, S. 40; hier überarbeitet nach: Heiße Lyrik, 1956, S. 28/Heiße Lyrik, 2007, Literarisches Bureau Christ & Fez)

Hebt sich der Mond im Rauch, 
Wir saufen Kartoffelsprit; 
Stark duftet der Lauch, 
Und die Welt geht verschütt. 
Es wird sich alles finden, 
Was hierher paßt, 
Wenn eine Hand von hinten 
Dir zwischen die Beine faßt. 

Hebt sich dein scharfer Akt 
Nun ins Ultramarin, 
Damit ist nichts gesagt, 
Morgen zerreißt man ihn. 
Dieser Abend, Selene, 
Dein letzter Versuch: 
Das wundervoll Obszöne 
Im Holundergeruch. 

Nimm noch einen Schluck 
Von dem elenden Zeug. 
Wirf den gebrauchten Überzug 
Hinters Gesträuch. 
Jasmin und Juniperus - 
Was wird später sein? 
Lungen- und Hodenschuß, 
Und nach Wasser schrein.

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