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Abendlaub, ein Dunkelblau...
(Leseprobe aus: Erstdruck:
ZdK 24, April/Mai 1955, S. 177; hier überarbeitet nach: Heiße Lyrik, 1956, S.
26/Heiße
Lyrik, 2007, Literarisches Bureau Christ & Fez)
Abendlaub, ein Dunkelblau,
Stunden voll Zeit.
Ich rauche, ich dichte auf deutsch,
Was bin ich in Wirklichkeit?
Der Wind und was ewig ist,
Geht uns durch die Lappen.
O Zikadengesang, der uns den Tag versüßt,
Eh wir zusammenklappen!
Atem, ein Vers, ein Fatum
Dahinten hochgeweht.
So wenig, so wundervoll
Hängt der Duft im Staket.
In Gras und Größe gekrallt
Die Hand, die uns gehörte.
Die Hamadryade im Hürtgenwald
Steigt aus der feuchten Erde.
Späte Zeit, späte Frucht,
Hora des Hesperus.
Ach, wie ist's möglich dann,
Daß ich dich lassen muß!
Schon treiben Leier und Schwan
In die verlöschenden Streifen.
Du darfst den schwarzen Päan
Auf den Fingern pfeifen.
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