Wortklauberein von Gerhard Riedmann, 2003, Wolkenklan-Verlag

Gerhard Riedmann

Aphorismen
(aus: Wortklaubereien, Aphorismen, 2003, Wolkenklang-Verlag)

Wer den Schatten ehrt,

wird nur Schattenglück beschert

Die Bank:

Der Ort, an dem Betrug und Diebstahl

ihre Beglaubigungsurkunden

im Panzerschrank versperrt haben.

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Der Industriekapitän schreibt ein Manifest

über gerechte Einkommensverteilung.

Das irdische Paradies ist zum greifen nahe.

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Auch die Reichen müssen sterben.

Aber sie leben, als würden sie unsterblich sein.

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Schweigen ist Gold.

Hat sich damit schon jemand Reichtümer angehäuft?

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Der Kapitalismus lebt von den Zinsen der Bettler.

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Sich satt schlafen. Reichtum der Armen?

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Durch Orden und Titel erspart sich der Staat viel Geld.

Der Philister aber fühlt sich bereichert.

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Der Satte fragte den Hungrigen:

Warum hast du nicht gegessen?

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Es ist ein großes Glück,

wenn man ein Leben lang

nicht mit Orden behängt wurde.

Man ist vom Asthma verschont geblieben.

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Die Polizei:

Dein Freund und Helfer.

Sie hilft Dir auch, wenn Du sie nicht brauchst.

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Die Hälfte

unserer Energie und Kraft und Zeit

gehören dem Staat,

da soll er uns wenigstens ein Zehntel davon

zurückgeben, da wären wir reiche Leute.

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