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endstation
(aus: Zuckerstücke,
Gedichte, 2002, Literareon)
und angekommen in diesem
seelenverblichenem ort, wo die landstraße zu einem sandweg sich verläuft und
vom rost zernagte metallskelette aus dem dunst des staubes im gelblich gedimmten
flimmerlicht verschwimmen, durchgrabe ich ungeduldig meine tief schwarzen
manteltaschen bis ich endlich mit bebenden fingern ein tief zerknittertes
papierröllchen, das eine süßliche tabakmischung umhüllt, herausfische und
mir begierig zwischen die aufgesprungenen lippen klemme während fast
reflexartig die unruhigen hände wieder in die taschen zurückwandern um nach
dem vergilbten plastefeuerzeug zu kämmen mit dem ich im selben moment das
röllchen in meinem mundwinkel entzünde.
ein tiefes, ausfüllendes ziehen durchströmt den rastlosen körper und wie ein
beruhigendes wort balsamiert mich das erschöpfte zusammensacken meiner gedanken
beim langsam ausfließenden, in sich verspielten, tief grau-grünen wolkenmeer.
lasse mich in staub fallen und starre in die tanzend erleuchtete himmelsweite.
blonde strähnen durchschlagen meine harmonie, und ein weiterer zug von dem
glimmenden stengel beim versuch mich aufzurichten zieht wie ein rostiger
stacheldraht in meine lunge, und ich spüre einen flüssig süßen geschmack
durch die zähne sickern als ich in den sand zurücksinke und aus kraftlosigkeit
die müden augen schließe.
als ich dann das sanfte entgleiten der zigarette bemerke und einen leisen
atemzug an meinem ohr spüre, fühle ich noch die augen vergeblich nach meinen
blicken suchen, die hände über meinen tauben körper schweben und das reine
rot über meine verschmierten wangen kriechen.
spüre noch die sanften lippen und sehen kann ich schon.
sehe mich in meinem traum liegen, liebend in der staubigen stille am rande der
wüste.
Rezension I Buchbestellung 0I03 LYRIKwelt © Literareon