aus: Die Staubfee
...
Aber was war das? Mama griff nach dem Lappen, den sie aus der Küche geholt und auf den
Boden gelegt hatte. Aber da, in der Lampe, da war doch was drin. Lisa sah es auch und
starrte mich an. Mama schien es nicht zu sehen. Gefährlich nah war sie schon mit dem
Lappen an diesem Ding. Sie sah nur Dreck und Staub. Aber das... das durfte sie doch nicht
wegwischen!
Nein, Mama! Schau doch!", schrien Lisa und ich.
Meine Mutter zuckte vor Schreck zusammen. Sie hatte uns bis dahin tatsächlich nicht
gehört. Doch bevor sie schimpfen konnte, zeigten wir auf das, was wir entdeckt hatten.
Guck
doch!", sagte ich. Es war schwer zu erkennen, wie es da so lag, umgeben von kleinen
Staubwolken. Doch dann, endlich, sah es auch unsere Mutter.
Was ist denn das?", rief sie. Das wussten wir auch nicht, aber es war auf jeden
Fall zu schade, um es wegzuwischen. Was ich damit alles anstellen könnte: Unter das
Mikroskop legen und beobachten. Vielleicht auch das ein oder andere damit rumprobieren,
ach, da würde mir ´ne Menge einfallen. Was auch immer es war, es weckte mein Interesse.
Auch Lisa schien aufgeregt. Sie würde das Viech sicher wie ein Meerschweinchen pflegen
wollen, ihm Zöpfchen ins Haar binden und eine Schleife um den Hals hängen.
...
...
Doch bevor ich das Besteck holen und Lisa weiter schneiden konnte, hörten wir ein
Geräusch, das uns alle in Panik versetzte. Laut kreischend rannten wir aus der Küche...
Lisa, Mama und ich. Wir schrieen gegen das Gebläse des Staubsaugers an, doch Papa hörte
uns nicht. Es schien ewig zu dauern, bis die Rettung für die Staubfee im Schlafzimmer
ankam.
Wie am Morgen unserer Mutter, rissen wir nun Papa das Staubsaugerrohr aus den Händen und
den Stecker aus der Steckdose.
Nein! Nicht saugen, Papa!", schrie Lisa.
Und ich: Du tust ihr weh!" ...
Rezension I Buchbestellung II02 LYRIKwelt © K&C-Buchoase