Heinrich Peuckmann

Unsere Straße

Die Straße, unsere
Straße
Kopfsteinpflaster zwischen
Fachwerkfassaden
meinem Vater gehörte
Haus Nummer drei, uns Kindern
jeder Hinterhof


Die Straße, ihre
Straße
Verbundsteinpflaster zwischen
Geschäftsfassaden
Immobilienfirmen und Banken, die
Hinterhöfe gehören
den Autos


Mein Vater kommt
von der Arbeit
Kaffeepulle unterm Arm und den
selbstgeschnittenen Pegel
Brennholz für den Winter.
Ich laufe hin zu ihm, er
lacht und streicht mir
über den Kopf:
Na, Sohnemann


Ich messe den Platz
ab, wo kann es
gewesen sein? Ich
schreite die Straße
ab und lande
vor einem Elektrogeschäft


Die Straße, unsere
Straße
an warmen Tagen trugen wir
Stühle vor die Tür und
unterhielten uns von
Haus zu Haus


Die Straße, ihre
Straße
niemand bleibt stehen und
wenn Kinder dort
spielen, werden sie
fortgejagt

Rezension I Buchbestellung II02 LYRIKwelt © H.P.