KASTEN
(Leseprobe aus: Tisch und Kasten,
Ausgewählte Gedichte, 2007,
Podium).
als ob ich ein buch öffne
schließ ich den kasten auf
geräumt gewohnt hier zu
sein wo der staub in die
flügeltür lichtblicke sägt
in die mäntel bedeckend
das nichts in die einsilbig
keit alter kleiderbügel von
lang über kurz geflecktem
beherrscht - in den tropen
holz-braunen rest eines bau
mes - der sein leben gab - sei
ne arme sein haar seine haut
seine wurzeln sind dort wie ein
nichts ist und fehlt seinen duft
in der nase im kopf grüne flecken
auf rotem grund oder etwas
das vorher nicht war war ein
plötzliches händeklatschen der riss
durch das holzschnitthafte vertieft sich
mit staubiger langsamkeit: dieses schwach
getönte design ist vergänglich wie mode -
Rezension I Buchbestellung I home III09 LYRIKwelt © Dine Petrik