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Ein Schuß ...
Ich bin hellwach, schwitze und habe Angst.
Unten klingelt das Telephon, noch vor
Sonnenaufgang, noch vor dem Wecker.
Auf der LED-Anzeige steht 5:00, und mein
Kopf ist noch voller Mord und Lügen, voller
Atomkrieg:
Der Norden nach der Bombe, Maschinen die einzigen Überlebenden.
Ich stehe auf und gehe nach unten ans Telephon.
Ich komme wieder nach oben. Sitze in der Kälte auf der Bettkante, und Joan tut
noch immer so, als würde sie schlafen.
Im Radio sagt Yoko Ono: „Dies ist nicht das Ende einer Ära. Die 80er werden
toll, John hat daran geglaubt.“
Nach ein paar Minuten sage ich: „Ich muß nach Whitby.“
„Also war er das?“ fragt sie und hält ihr Gesicht noch immer abgewandt.
„Ja“, sage ich und denke –
Jeder kriegt alles, was er will.
Ich fahre allein von Alderley Edge durch die
Yorkshire Moors, allein zwischen den Sattelschleppern, die langsam über den M62
kriechen, das Wetter ist klamm und grau, die Landschaft leer bis auf die
Telegraphenmasten.
Um 7.00 Uhr trägt das Radio die Nachricht in alle Welt hinaus:
„Der Yorkshire Ripper hat sein dreizehntes Opfer gefunden. Wie die Polizei
bestätigte, wurde Laureen Bell, 20, von demselben Mann umgebracht, der ...“
Ich schalte das Radio aus und denke ...
Mord und Lügen, Lügen und Mord ...
Krieg:
Donnerstag, 11. Dezember 1980.
Ich treffe gegen 11.00 Uhr in Whitby ein und parke in der Einfahrt eines großen
neuen Bungalows neben drei teuren Autos.
Schneeregen liegt in der feuchten Meeresbrise, am Himmel kreisen frierende Möwen,
der Wind pfeift durch tausend leere Muscheln.
Ich klingle.
Eine große Frau mittleren Alters öffnet die Tür.
„Peter Hunter“, stelle ich mich vor.
„Kommen Sie herein.“
Ich betrete den Bungalow.
„Kann ich Ihnen den Mantel abnehmen?“
„Danke.“
„Hier entlang“, sagt sie und geht mir voran den Flur entlang nach hinten.
Sie klopft an eine Tür, öffnet sie und bittet mich mit einer Handbewegung
hinein. Drei Männer sitzen auf Sofa und Sesseln, graue Haut, rote Augen, stumm
...
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