Die Dunkelheit knistert wie Kandis von Hellmuth Opitz, 2011, Pendragon-VerlagHellmuth Opitz

Fingerkuppenflug im Weltraum
zwischen deinen Schulterblättern
(Leseprobe aus: Die Dunkelheit knistert wie Kandis, Gedichte, 2011, Pendragon).

Wie deine Nacktheit mich noch immer entwaffnet.
Alleine deine Muttermale: Neun Planeten, aufgereiht
am weißen Firmament der Haut, ja, der Jupiter
hat auch bei dir seine kleinen Monde, die überm Berg
Rücken stehn, dem Gebirgszug deiner Wirbel, die Linien
hinab ins Heilige Land: ilio-sakral. Die Magnetfelder,
das Meer der Ruhe und mittendrin: eine Narbe, kurz und
senkrecht wie ein Kleingeldschlitz. Hier hat einst ein
Schmerz seine Münzen eingeworfen, eine Einzahlung
auf das Konto deiner inneren Nacktheit. Ich fliege sie
entlang und weiter hoch bis zu den Flanken. Da kommt
dein Teilchenbeschleuniger in Gang, Nanopartikel
eines Lächelns, die festmachen an den kleinen Fältchen
rund um deine Augen, als du sagst: Das kitzelt.

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