Andreas Okopenko

aus: Die Belege des Michael Cetus

So ist’s recht. Meine Damen und Herren, Sie wollen also wissen, oder Sie wollen es nicht, aber Sie kommen nicht drum herum, zu erfahren, warum ich, ein 18-jähriger Gymnasiast, Michael Cetus, am ersten Tag einer erfüllten Liebe, zu Marjorie Eddington, nüchtern, mein kleines Tonbandgerät neben mir im Chemikalienstaub, auf einer häßlichen hölzernen, weiter unten eisernen Materialrutsche sitze, um drei Uhr früh in den Survay-Werken, hinter mir eine Laufkatze, die mich um sechs, beim Eintritt des ersten Arbeiters, oder um sechs Uhr zehn, denn er zieht sich erst noch um, in die schwachglühende widerliche schmelzende Masse stoßen wird, die schon die ganze Nacht hier unter mir blubbert. Sie müssen wissen, daß ich ein normaler Bursch bin, ohne masochistische Lustanwandlungen, ohne Schuldkomplexe, ohne Suizid-Anamnese. ...

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