Julia Oelmayer

Über den Schmerz

Er ist irgendwo, ein Platz für den Schmerz. Ein Platz der Tränen, der Aggression und der Verzweiflung. Ein Reich der Kopfschmerzen und der Leere. Der bleiernen Leere.

Dann ist da auch der Gedanke. Denkend, fühlend und überlegend. Ausdenkend, eindenkend, schon handelnd, aber immer denkend.

Fast immer ist das Entdecken der Ursache des Schmerzes zugleich das Entlarven einer völligen Fixierung. Wohl Teil des Charakters, sicher jedoch nicht Teil eines Spiels und sicherlich auch nicht fürs Herz gedacht. Die Frage, um die alles kreist, ist immer die der Relevanz.

Eine Seele. Lohnt es sich, sie hart zu machen, ein Spiel spielen, das so wehtut, mürbe macht und besessen? Und tot für eine Welt? Tiefe Armut, ein Leben festzuhalten an Schwierigkeiten. So einfach. Oder nicht?

Es bedeutet, für Stunden zu leben. Tot zu sein und nur zu leben für Momente. Für Minuten und Erfolge. Ist das Ziel der Gewinn? Gewinnen in einem Leben, so reich bestückt mit Wunderbarkeiten, Genialischem, in aller uns, verwinkelt in tausend Nischen. Genuss in allen Ecken. Und Ästhetik.

Doch es gibt  jene Antreibung, die aus dem Nichts kommt. Aus dem Wollen der Erfüllung einer Sehnsucht, die so schmerzt. Ein vermeintliches Ziel ist Autarkie, auch Einsehen dieser Tatsache jedoch lindert nicht die Besessenheit einer blinden Konditioniertheit auf ein erdachtes Opfer.

Gepaart mit Jämmerlichkeit, ist keine Linderung in Sicht. Nur der Schmerz, der bleibt.  

(2004)

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