Reinhold Nisch

Wilhelm Genazinos Standpauke

Da stand er nun da,

der etwas korpulente,

in die Menge geradeaus

und zur Empore hoch,

fast geduckt, schüchtern

dreinblickende Poet,

datiert vom 23.10.2004

im Staatstheater zu Darmstadt,

mit dem Rundumschlag

gegen die Langeweile

in der Gesellschaft.

Recht hat er,

wenn viele Zeitgenossen

mehr Gedanken

darüber verschwenden,

wie das Wohlbefinden

heutiger TV-Gestalten sei:

Selbertun und Selbermachen

seien angesagt.

Fortschritt durch Eigendynamik

des Individuums

wäre machbar/angebracht.

Danke!

Danke … Wilhelm!

Weiter so!

Beobachtungen in Frankfurt am Main

und anderswo

in der Bonner/Berliner Republik.

Eigengedanken sind ungetrübt.

Die Idee von Sozialrevolutionen,

beginnend bei Urvater Büchner

und vorläufig endend

beim einst jungen Genazino,

nicht ausgeträumt!


(Anmerkung: Wilhelm Genazino ist der Büchnerpreisträger 2004. Die Urkunde dazu wurde ihm im Staatstheater Darmstadt am 23.10.2004 durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung überreicht.

(P.S.: War selbst in Darmstadt anwesend.)

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