Winter
es ist kalt.
stürmisch.
der himmel bleibt dunkel.
trüb.
nebelig.
der winter steht wieder einmal vor der türe.
die blätter fliegen fast unaufhörlich
von den bäumen.
vögel sind weitergezogen.
ein mantel von traurigkeit umhüllt alles,
was mir einmal freude bereitet hat.
undurchlässig.
erdrückend.
das lächeln erstarrt.
die augen blicken ins leere.
die hände greifen ins nichts.
alles umsonst.
und doch liegt faszination in der luft.
die gedanken kreisen um dinge,
an die man sonst nie denkt.
selbstmord.
ein schauer durchfährt mich.
eine lösung?
befreiung?
paradies?
was ist die wahrheit?
warum ist der tod gegenwärtig?
ich liebe den winter,
wenn der atem gefriert und der himmel so blau ist.
menschen brauchen einander mehr als sonst,
denn die angst,
dass der frost die herzen tötet,
wächst ständig.
schnee.
frau holle.
kindheit.
was bleibt übrig?
das leben geht weiter.
und manchmal hat ein einsamer mensch das glück,
jemanden zu finden,
der den frühling erblühen lässt.
(11.1995)
Rezension I Buchbestellung III02 © LYRIKwelt