Andreas Neeser

Oktober
(Leseprobe aus: Treibholz, Pendo Verlag, Zürich 1997 und Wolfbach Verlag, Zürich 2004)

Heimlich,
aus Winkeln,
hallt es durch schlafwarme Gänge
traumaus.

Beim Aufstieg zum dreißigsten Tag
ü berrollt mich der Wortlaut,
im Klangbogen zittert dein Name.

Du stürztest an goldenen Fäden
nahtüber
ins Licht und
erträgst nun für immer
die Blendung der Nacht.

Ich schüre den Wundbrand mit Worten,
Bandagen für frostige Zeiten.
Im Winter, sagt man,
gefriert auch das Blut.

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