Der Fremde Blicke... von Herta Müller, 1999, Wallstein

Herta Müller

Der Fremde Blicke...
(Leseprobe aus: Der Fremde Blick oder das Leben ist ein Furz in der Laterne, 1999, Wallstein-Verlag, hrsg. von Heinz Ludwig Arnold)

Und der nicht mehr zu Hause war
den kriegt der Heimwehhund
der hat ein weites Gras statt Haar
und Nachtbusaugen im Geschau
aus jedem Mund pfeift fremdes Brot
der Frühapfel gefiedert grau
der Kuckuck später backenrot

Das allererste, was man diesem Text bescheinigt hat, war der Fremde Blick. Und die Begründung lautet: weil ich aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen bin. Ein fremdes Auge kommt in ein fremdes Land - mit dieser Feststellung geben sich viele zufrieden, außer mir. Denn diese Tatsache ist nicht der Grund für den Fremden Blick.

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