Hündchen am Wegesrand
(aus: Hündchen am
Wegesrand, Kalendergeschichten)
Um mein Land kennenzulernen, hatte ich mich in einem Zweispänner auf den Weg gemacht. Ich
hatte einen großen Vorrat an getrocknetem Futter dabei und einen hinten am Wagen
angebundenen, klappernden Eimer, der dazu diente, die Pferde zu tränken. Auf dieser Reise
lernte ich die verschiedensten Gegenden kennen, manche waren hügelig, andere waldig,
wieder andere ähnlich der Pußta. Dort ballte sich der Rauch über den Dächern der
Gehöfte zusammen, so daß es aussah, als würden diese brennen. Das kam daher, weil diese
Gebäude keinen Rauchfang hatten. Ich fuhr auch durch Felder und Seenlandschaften. Wie
herrlich war es doch, sich auf diese Art vorwärts zu bewegen, die Zügel schleifen zu
lassen, zu warten, bis hinter den Bäumen langsam ein Dorf oder ein Park erschien und
darin das Weiß eines Gutshofs. Und immer sprang uns sofort ein kleiner bellender Hund
entgegen, eifrig und pflichtbewußt. Das war am Anfang des Jahrhunderts, an dessen Ende
wir uns nun befinden. Ich erinnere mich nicht nur an die Menschen, die dort lebten,
sondern auch an die Generationen von Hunden, die ihnen bei ihren täglichen Geschäften
Gesellschaft leisteten, und einmal, ich weiß nicht woher, sicher war es in einem Traum,
den ich gegen Morgen hatte, kam mir diese drollige und fast zärtliche Bezeichnung für
sie in den Sinn: "Hündchen am Wegesrand".
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