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Lied einer Emigrantin
(Leseprobe aus: Gedichte und Spiele, 1934,
Orell Füssli-Verlag).
Warum muß ich dich lassen, geliebte Heimaterde?
In den Spiegel des Auges schienst du, ein herrliches Bild,
hast alle Träume des Kindes mit deinen Wonnen gestillt,
riefest dem Mädchen zu: lieb mich und werde!
Senkst nun das leuchtende Haupt und heißest mich gehn,
willst mich verstoßen, nimmer kann ich's verstehn.
Müssen wir Menschen verlieren, die uns im
Herzen ruhn,
ist es ein bitteres Los, und wir stehen in Fragen
an Grabestafeln, die blasse Namen nur tragen,
gebende Liebe kann nichts mehr für sie tun.
Du aber lebst und willst mich von dir vertreiben;
warum, o Heimat, darf ich nicht bei dir bleiben?
Rezension I Buchbestellung I home III09 LYRIKwelt © Füssli-Verlag