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Das dunkle Fest des Lebens
(Leseprobe aus: Das dunkle Fest des
Lebens, Amrainer Gespräche, 2007,
Zytglogge, gemeinsam mit
Werner Morlang).
Die alte griechische Einsicht, dass die Welt aus Klang oder ein Klang sei, trifft wohl zu. Ich war davon überzeugt, lange bevor ich es von den Griechen erfahren habe. Die Welt ist letztlich ein Klang. Vielleicht bin ich ein verhinderter Musiker, obschon ich theoretisch von Musik nichts verstehe, aber ich habe ein Leben lang mit der Musik gelebt. Die Musik ist strukturiert wie die Welt, hat also mit Wiederholung und Anklängen zu tun. Und das Musikalische, das in unserem Lebenslauf, in den so genannten Schicksalen anklingt, ist etwas sehr Bewegendes, auch wenn wir es nicht bewusst als musikalisches Phänomen erleben. Darum sind wir im Grunde genommen alle auf Musik eingestimmt, der eine auf das Jodellied, der andere auf eine Mazurka, wieder ein anderer auf Gustav Mahlers Neunte. Die Musik spielt eine ungeheure Rolle, weil in der Musik, in den Tonfolgen drin so viel Unsagbares dann doch irgendwie offenbar wird.
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