Klaus Martens

Kindheit

Ich war jung in der verdorbenen Welt,
kaum dass ich davon ahnte.

Bäume und Blumen glänzten frisch in Feld
und Wiese. Die Namen waren mir neu.

Und die simplen Lieder meiner jungen Eltern
von Kornblumen und Mohn, sie rührten mich.

Es waren nicht die Lieder aus blutigen Mörderkehlen,
nicht die Symbole irrer Lügner.

Es war mir das, was immer in uns geklungen hat,
bevor die Wahrheit uns erreichte.

Da blieb mir nur, in fremde Leben aufzugehen
und schiefes Lachen zu studieren,

wie wenn die Ruhe eines dummen Kindes
in Flammen seines Bettes endet.

Rezension I Buchbestellung I home II10 LYRIKwelt © K.M.