Klaus Martens

Abendrunde

Wann immer ich auf dem Plateau –
meist windig, manchmal kühl, doch
selbst im Dunkel fast hell von frühen
Sternen – meine letzte Runde drehe,
ohne Hund, treffe ich dasselbe alte
Paar, mit großem, goldenen Hund,
das mich erkennt, wenn ich meine
rote Mütze trage, leuchtend von ferne
wie Venus, Pluto und der kleine
oder große Wagen – die Frau, sie

lächelt sanft und ihr bärtiger Mann,
dicke Augenbrauen, hält den Hund,
der sie beschützt, der mich fixiert
mit Sternenaugen, heiser atmet,
während wir drei ein bisschen gehen
und froh, doch unverfänglich reden,
wie man so spricht, grüßt und weiter
geht, wenn man etwas einsam ist
und sich ausführt oder den goldenen
Hund, der alles, alles über mich weiß.

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