Alfred Margul-Sperber

Die Wolken

Wo sind die Tage von gestern
die uns genommen sind?
Ich glaube: mit ihren Schwestern
treiben sie oben im Wind.

Die dunklen sind dunkel von Sorgen
und Leiden, die uns gekränkt,
die roten am Abend und Morgen
hat unser Herzblut getränkt;

die weißen aber, die schweben
wie Duft und zerfließen in Licht,
sind Tage von unserem Leben,
die lebten wir noch nicht.

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