Philipp Mager

Zorn

Der Gedanke, Form, ein hohler Ball aus Blei,
Dreht sich spiralig durch das Hirn in Wehen,
Er schmerzt die alte Streitkraft noch im Mai,
Wie Salz, wie Möwenschrei und Utopien.

Dumm vor Hunger fällt ins Meer ein weißer Wurm
Aus Geisterschnäbeln, luftschlachtmüd, bald alt.
Und heimwärtsstrebend, suchend nach dem Turm,
Wird der Anarchist zum Aktenstück und kalt.

Einstmals Schädling einer frommen Haustierzucht,
Schmetterling rot glühender Schmonzette,
Kein froher Sohn ein grauer Traum und Flucht,
Nun fensterlos die nächste Zigarette.

Nun vom Stern verschwunden Hass und Morgen,
Durch Verdunstung und Verdämmerung sinkt der Fluss.
Nun sitzen tags die fremd gefangnen Sorgen
Auf deinem Schoß: ein Hauch von Überdruss.

Zwitter nun aus Blei-  und Öl-Abscheidung,
Du, im ersten Moor erwacht zu alter Frucht,
Schlafzapfen, Samennot, wohin die Leibung,
Mit der du immer noch bekämpfst die Sucht.

Schließfrucht oder Knotenstock aus Treibung.
Statt Diadem prangt dir die Haarteilkrone,
Statt Schwimmgürtel aus Blumentieren, Heilung
Durch Stockung ganzer Enkelbataillone.

Ein gleicher Rang schweißt nicht von selbst zusammen,
Du, der Greis, ein Fels aus Walskelett sein Reich.
Dein Wesen schreit nun wieder nach den Ammen:
Faltenberg und Hochgebett, du wurdest weich.

Geistabschleifung, rechtswidrige Verletzung
Eines Menschenkörpers durch den Zahn der Zeit.
Kalkstein immerhin hinderte die Teilung
Australiens durch japanische Einheit.

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