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Anrufung der Kindheit
(Leseprobe aus: Anrufung der Kindheit,
Gedichte, 2003, Lyrikedition
2000).
I
Was soll’s, frage ich, seit geraumer Zeit rede ich öfter mir mir,
was soll’s also: Ich, einer, Unzählige wie ich einer, wollen
es wissen
ob’s geht habhaft zu werden der Erinnerungen an die Kindheit
Idylliker allesamt wir sind das eint uns insgeheim dasselbe
Leben
deins und meins ist eins schönster Trugschluß von allen,
sagst du,
der Vorhang könnte sich öffnen lautloser Beginn wie
im Theater
Versuchen, rufe ich ermunternd dir zu klopfe, Vertrauen ist gut
Kontrolle ist besser, uns auf die Schulter ob’s trägt das Gerüst
für den Aufstieg ins Gewölk berührt mit der Hand
bringt’s Glück
wie das Tragen von Kieselsteinen in beiden Hosentaschen
damals
Wie also könnte es gewesen sein? Nostalgiker in allem
was betrifft
die Zeiten der Erinnerung des Lebens verflossene Tage
die Unzahl
vergeudeter die schönsten weil kein Bewußtsein da von Verlust
Den Schlüssel du brichst im verrosteten Schloß zur Tür
der Kammer:
Hinein mit Gewalt ins Gemach des windschiefen Hauses es
kann gehen
los im Einvernehmen du und ich, lyrisches Ich, weil angerufen
die Muse,
du verstehst, wie in Zeiten großer Fahrten zu Wasser und
zu Lande
(...)
Rezension I Buchbestellung I home II09 LYRIKwelt © Lyrikedition 2000/J.L.