Ein Eigenbrötler
(Leseprobe aus:
Aus dem Rumpelkoffer, Gedichte, 2005, RGS Verlag).
Er meckert vor sich hin, erzählt sich Witze,
Die außer ihm wohl keiner mehr versteht.
Er hält sich für gelungen, toll und spitze
Und schafft es beinah, in sich selbst verdreht,
Nach außen hin passabel zu erscheinen,
Da er nicht allzuoft sich andern zeigt;
Doch allermeist ist ihm zum heulend Weinen,
Wenn innrer Schweinhund ihm die Meinung geigt.
Er trinkt auf Du mit Dutzenden Dämonen;
Die möchten, daß er sich recht bald entleib'
Damit der Teufel sie dafür belohnen
Und loben mög' zum Höllenzeitvertreib.
Man liest von solchen schaudernd alle Tage.
Er hofft noch zitternd, daß es ihn nicht treff',
Und prostet prustend zu der eignen Plage,
Die Ohren taub vor Zerberusgekläff.
Rezension I Buchbestellung I home III09 LYRIKwelt © J.L.