Swantje Lichtenstein

schlaufenlos

der adler am rumpf steckt

noch in lumpigen socken,

den kopf zur seite atmet

er den käsigen gestank

in die federn, beschwert

seinen flug mit öligem

ballast, getrübten auges

stürzt er sich abgrundtief

hinab und treibt im kanal,

versinkt in der asche der

toten und lebendigen leibes

stellt er sich verbrannt den

dahinsausenden leichen,

geht hinweg über sein selbst,

bevor er im dunkel der röhre

eine weiße schlaufe findet

zieht er sie schnell vom kopf.

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