Alles geht zu Ende von Laura Lenz, 2001, Fouqué-VerlagLaura Lenz

aus: Alles geht zu Ende

...Bereits ein halbes Jahr später, Gordon sollte neuer Gouverneur von New York werden, die Wahlen standen vor der Tür, ereilte uns ein sehr schwerer Schicksalsschlag. Daddy wäre so stolz auf Gordon gewesen. Gouverneur, Gordons Chancen standen sehr gut. Doch irgendwie wollte jemand das mit allen Mitteln verhindern. Eine Woche vor den Wahlen, Gordon hatte seine kleine Lindsey Ann gerade ins Bett gebracht, erhielt er einen Anruf. In einer seiner Banken sollte es brennen. Er stürmte aus dem Haus und machte sich sofort auf den Weg zur Bank. Von unterwegs rief er mich noch mit seinem Handy an. Er sagte: "Nadia, die Bank brennt." Ich fragte, welche Bank brenne. Er sagte, er habe keine Zeit, er müsse sich beeilen und dann: "Ich wollte nur, dass du es von mir erfährst und nicht aus dem Fernsehen. Ich komm' dann morgen früh mal vorbei. Mach's gut. Bis dann!" Er legte auf. Mir war nicht wohl bei der Sache. Ich schaltete das Fernsehen ein. Mary-Jean war nicht zu Hause. Es kamen die Nachrichten, aber keine von den Banken, die sich in einem von Gordons Häusern befanden, brannte. Es brannte überhaupt keine Bank. Oder wollten sie nur nicht darüber berichten? Warum sollten sie nicht darüber berichten, wenn eine New Yorker Bank brennt? Ich rief ihn sofort auf meinem Handy an. Niemand ging ran. Ich wunderte mich. Trotzdem legte ich mich schlafen. Zu diesem Zeitpunkt war Gordon schon tot...

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