Heimkehr
Das Haus ragt kahl
Im Gartenschoß,
Es möcht ur Erde
Tief zurück
Und neu daraus
Geboren sein.
Die Birke neigt
Die Zweige tief,
Der Himmel hält
Die Tränen an. -
Ach, wär ich Wolke,
Weint ich wohl
Viel Tropfen nieder,
Schwer und trüb.
Der Schutt im Rasen
Wuchs um Berg,
Der Rittersporn hängt
Gelb und welk, -
Die Amsel pickt
Die Kirsche auf.
Nur eine Rose
Blüht und strahlt
So unbekümmert wie zuvor. -
Und wilder Wen
Rankt sich hinauf,
Liebkosend, schützend
Um das Haus.
Die Silberpappeln
Rührn sich nicht, -
Für sie gibt es
Kein Weltgericht.
Sie bleiben Baum
Und stark und grün.
O bleibt so hoch,
O bleibt so stark
Und hütet treu mir
Schutt und Gras,
Ihr alten Wächter
Guter Zeit.
Die leeren Fenster
Sehn ich an:
Hilfst du uns nicht
Füllst du uns nicht
Mit Glas?
Die Decke barst,
Die Wand brach ein,
Der Spiegel aber,
Heil und blank,
Er spiegelt Mörtel,
Stein und Schutt,
Als wär's der schönste
Zimmerschmuck
Von einst.
Ich bin das Haus -
Mir sprang das Herz,
Der Zeitsturm schlug
Das Fenster ein.
Die Wand bin ich
Und stürzte um.
Doch blüh ich auch
Als Rose hell
Im trocknen Beete
Unverzagt -
Bin auch des Weines
Grüne Hand,
Der Apfel bin ich
Rot im Gras -
Und Spiegel bleib ich
Unversehrt
Und spiegle, was
Mir Gott beschert.
Rezension I Buchbestellung I home 0I08 LYRIKwelt © I.L.