Unterwegs
Ich wandre in der großen Stadt. Ein
trüber
Herbstnebelschleier flattert um die Zinnen,
Das Tagwerk schwirrt und braust vor meinen Sinnen,
Und tausend Menschen gehn an mir vorüber.
Ich kenn sie nicht. Wer sind die Vielen? Tragen
Sie in der Brust ein Los wie meins? Und blutet
Ihr herz vielleicht, von mir so unvermutet,
Als ihnen fremd ist meines Herzens Schlagen?
Der Nebel tropft. Wir alle wandern, wandern.
Von dir zu mir erhellt kein Blitz die Tiefen.
Und wenn wir uns das Wort entgegenriefen -
Es stirbt im Wind und keiner weiss vom andern.
Eine Kutte trägt der Mönch,
Dazu eine Glatze,
Bei den Mädchen, bei den Fraun
Ist er nicht am Platze.
Einen Rock trägt der Student.
Wie er sich auch mühe,
Bei den Mädchen, bei den Fraun
Ist's für ihn zu frühe.
Und ein Wams trägt der Husar,
Tut er's auch nicht gerne,
Von den Mädchen, von den Fraun
Muß er zur Kaserne.
Einen Schafpelz trägt der Hirt.
Der ist zu beneiden -
Lebt bei Mädchen und bei Fraun
Herrlich und in Freuden.
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