Sigbert Kunze

Gläserne Nacht

draußen schwarzes Glas
unbekannte Schläfer dahinter
in den Fluchten
die hellgelben Lichter
prallen an den Gläsern
zurück in den Straßenraum

drinnen schwarzes Glas
meine Lampen spiegeln sich darin
geben den Blick nicht frei
auf die Nacht

im Fernseher
die täglichen Bilder
die alten Filme -
Tage hinter Glas

die Autos werfen Lichter auf die Straßen
mit gläsernen Lampen
darin unerkannte Menschen
hinter schwarzen Gläsern
zum nahen Ziel, weiter nicht

im Fenster, meine Silhouette
sehe durch mich im Glas hindurch,
ganz aus Nacht und Glanz

irgendwo zwischen innen und außen
werden die Dinge ganz klar

Rezension I Buchbestellung 0I02 © LYRIKwelt