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Hampels
Fluchten
(Leseprobe aus: Hampels
Fluchten, Roman, 2000,
Kiepenheuer & Witsch/S. Fischer)
"An einem Dienstag im März ging Heinrich bei Herleshausen-Wartha über die Grenze. Das glaubt einem ja auf Anhieb keiner, dass ein Dreißigjähriger im Frühjahr neunzehnhundertzweiundsechzig mit nichts als einem Rucksack voll Wäsche und einer Flasche Whisky über die Grenze geht und an Frau und Kinder nicht denkt und erklärt, er möchte ein Bürger werden der Deutschen Demokratischen Republik in ihrem dreizehnten Jahr, und warum das so ist, muss in allen Einzelheiten vorläufig niemand erfahren. Wie ein Willkommener wollte Heinrich behandelt sein im Arbeiter- und Bauernstaat, alles hinter sich lassen dürfen, selbst neu anfangen im Land des Neuanfangs, noch einmal ein unbeschriebenes Blatt sein mit seinen dreißig Jahren, und wer immer Lust dazu hatte, durfte etwas darauf schreiben."
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