Schuldenspiele von Rainer Küster, 2015, Brockmeyer

Rainer Küster

Schuldenspiele.
(Leseprobe aus: Schuldenspiele, Kriminalroman, 2015, Brockmeyer-Verlag).

Meine Kindheit
der jährliche Ausfugent
lang am Hammerteich
zum Hohenstein
auf der Freilichtbühne
schoss mit seiner großen Armbrust
der Landmann Wilhelm Tell
dem blonden Jungeneinen roten Apfel
von seinem kleinen Kopf

(Hugo Ernst Käufer: Kartofelkrautfeuer)

Das Ruhrgebiet liefert die wichtigste Kulisse zu meinem Roman. An den elf Tagen meiner fiktiven Handlung im Mai 2015 sah es hier begreiflicherweise kaum anders aus als heute. Vielleicht gab es vor einem halben Jahr in Bochum ein paar zusätzliche Baustellen, aber es reicht ja heute immer noch. Die Witterung war so ähnlich, wie im Roman beschrieben, auch in dieser Hinsicht musste erzähltechnisch nicht wesentlich nachgebessert oder manipuliert werden.

Was ein paar besondere Lokalitäten betrift, so sieht die Sache schon anders aus. Dort, wo ich zum Beispiel die Muckibude ‚Fitness am Hellweg‘ platziert habe, stehen nur Bäume herum. Das ist auch gut so. Das Innenleben der ‚Villa Wahnsinn‘ sieht wahrscheinlich etwas anders aus, als ich es beschrieben habe. Gleiches dürfte für das Büro im Bochumer Schauspielhaus gelten, in dem ich eine fiktive Intendantin walten lasse.

Apropos Schauspielhaus: Die Wilhelm Tell-Inszenierung, um die sich manches in meinem Roman dreht, hat es am Schauspielhaus in Bochum nie gegeben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es eine solche Inszenierung an

(...)

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