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Die Farbe des Kraken
(Leseprobe aus: Die Farbe des Kraken, Novelle, 2009, BoD).
...Ich könnte mit meinen Eltern beginne, zwei grundgütigen Menschen, die mich in
gutem Glauben erzogen haben und mich so in die Arme der Hippies trieben, die mir
Blumen im Haar, Blumen im Muster der Kleidung, Blumen in Gewehrläufen und Blumen
im Kopf schmackhaft machten, und wie es mir gefallen hat, alle Hüllen fallen zu
lassen, um mir ein paar Blumen überzuwerfen, bis mir die finanziellen Mittel
ausgingen.
Ich könnte auch mit dem Schrottplatz beginnen, der mich vor dem Sturz in ein
Loch, tief und schwarz und stark wie eines dieser schwarzen Löcher, die alles
anziehen und nichts wieder frei geben, bewahrte und der mein Denken mehr und
mehr gefangen nahm, bis ich damit liebäugelte, mein Biologiestudium, das ich der
Blumen wegen, und mein Physikstudium, das ich des Universums wegen begonnen
hatte, kurz vor Ende abzubrechen, um den Schrottplatz mein Universum sein zu
lassen.
Tatsächlich genügt es aber, von meinem zweiten Herz in meiner Brust zu
berichten, das aus der grenzenlosen Freiheit, dem "Dürfen" aller Dinge ein
"Nehmen" fremder Sachen gemacht hatte. Denn nur darum ging ich neben meinen
Studien und den eigentlichen Geschäften auf so einem Schrottplatz auch ein paar
Sondersachen nach. Keine großen Sachen, aber regelmäßig....
Rezension I Buchbestellung I home III09 LYRIKwelt © Volker König