Die Farbe des Kraken von Volker König, 2008, Arka

Volker König

Die Farbe des Kraken
(Leseprobe aus: Die Farbe des Kraken, Novelle, 2009, BoD).

...Ich könnte mit meinen Eltern beginne, zwei grundgütigen Menschen, die mich in gutem Glauben erzogen haben und mich so in die Arme der Hippies trieben, die mir Blumen im Haar, Blumen im Muster der Kleidung, Blumen in Gewehrläufen und Blumen im Kopf schmackhaft machten, und wie es mir gefallen hat, alle Hüllen fallen zu lassen, um mir ein paar Blumen überzuwerfen, bis mir die finanziellen Mittel ausgingen.
Ich könnte auch mit dem Schrottplatz beginnen, der mich vor dem Sturz in ein Loch, tief und schwarz und stark wie eines dieser schwarzen Löcher, die alles anziehen und nichts wieder frei geben, bewahrte und der mein Denken mehr und mehr gefangen nahm, bis ich damit liebäugelte, mein Biologiestudium, das ich der Blumen wegen, und mein Physikstudium, das ich des Universums wegen begonnen hatte, kurz vor Ende abzubrechen, um den Schrottplatz mein Universum sein zu lassen.
Tatsächlich genügt es aber, von meinem zweiten Herz in meiner Brust zu berichten, das aus der grenzenlosen Freiheit, dem "Dürfen" aller Dinge ein "Nehmen" fremder Sachen gemacht hatte. Denn nur darum ging ich neben meinen Studien und den eigentlichen Geschäften auf so einem Schrottplatz auch ein paar Sondersachen nach. Keine großen Sachen, aber regelmäßig....

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